Flash Hommage.

Flash von 6.1.1997 bis 12.1.2021.


Wer mag sich noch an die Webseiten der 90er Jahre erinnern? Sie glichen anfangs mehr einem Katalog mit Index umrahmt mit Linien in 3d Optik. Mit der damaligen Bandbreite von rund 7 Kb (56’000 Bit) pro Sekunde, liessen sich Filmformate wie MP3 nur mit langer Wartezeit herunterladen. Somit waren sie für die Gestaltung nicht relevant. Mit Gif liessen sich allerdings einfache Animationen darstellen.


Flash Hommage


Das Internet wurde mit Macromedia Flash erst richtig lebendig.

Ab 1997 setzte sich dann ein neues Format von Macromedia durch. Es begeisterte die User mehr und mehr. Das Web wurde mit Flash lebendig. Bewegte Illustrationen bekamen dadurch neuen Auftrieb. Durch die Einarbeitung von Action Script wurden sogar Interaktionen mit SWF Animationen möglich. Der Kreativität waren somit fast keine Grenzen mehr gesetzt. Schulungen und Spiele wurden in grosser Anzahl produziert. Audio- und Videoinhalte konnten zudem bidirektional gestreamt werden. D.h. Youtube stand nichts mehr im Weg. 2009 war der Flash Player auf 99 % aller mit dem Web verbundenen Computer installiert.


Umgesetzte Beispiele.



Beispiel einer Animation aus 2005 mit Sprechblase. Der Text konnte ganz einfach ergänzt und hinzu geladen werden. Grösse nur 55 Kb.



Eine Montageanleitung aus dem Jahr 2003 mit animierten Zeichnungen – sowie Stop and Go-Funktionen. Diese konnte in rund einer Sekunde geladen werden (184 Kb). Ein gleichwertiger Film (10.6 MB) benötigte dazu fast eine Minute.



Online Banner animiert mit Echtzeitanzeige aus 2007. Realisiert mit den vorgegebenen 80 Kb. Die Uhr zeigte jeweils die aktuellen Stunden, Minuten und Sekunden an. Je nach Modell wurde zudem das Datum, der Tag oder die Power-Reserve angezeigt.


«Wir haben mit Flash ein paar Jahre übersprungen um Ideen überhaupt umsetzen und realisieren zu können. Die Projekte wirkten somit innovativ und frisch».

Stephan Widmer
Konzepte, Design, Animationen und GUI


Unten: Ein Urtyp des responsive Designs aus dem Jahr 2002. Die Benutzeroberfläche liess sich auf die Grösse des Monitors anpassen. Die Navigation wurde einfach und intuitiv gehalten:


Komplexe GUI (graphical user interface) wurden durch den Flash Player möglich. Dies gab der Applikation aus dem Hause Macromedia zusätzlichen Schub. In 2005 wurde Macromedia dann von Adobe für 3.4 Milliarden $ übernommen. Mit der dritten Version von Action Script war der Weg schliesslich frei für Rich Internet Applications. Es war nun möglich in sich geschlossene Apps laufen zu lassen und andererseits auch XML zu verarbeiten.


Ein neuer Standard.

2008 wurde HTML5 als neuer Standard ins Leben gerufen. Dieser war aber erst ab 2014 in der Lage Flash das Wasser zu reichen. Dann war auch der Höhepunkt der Flash Applikation bereits vorbei. Apple hatte schon Jahre zuvor das Ausführen der Applikation auf ihren iPhones unterbunden. Zu guter letzt musste 2015 Adobe gleich zwei riskante Sicherheitslücken eingestehen. Browserhersteller rieten deshalb zur Deaktivierung des Plug-ins. Ende 2020 wurden nur noch 2,5 % der Webseiten weltweit mit Flash ausgeliefert. Adobe zog die Konsequenz Flash nicht mehr weiter zu entwickeln. Wer den Flash Player noch nicht entfernt hat, wurde im Januar 2021 mit den jeweiligen Updates der Browser dazu bewegt.


Das Web steht aber deswegen nicht still.
In den letzten Jahren wurden sämtliche Inhalte in HTML5 und Javascript aufgesetzt. Somit hat sich Flash kaum merklich und still verabschiedet.

Good bye Flash. Vielen Dank. Wir hatten grossen Spass. Kaum eine andere Applikation hat das Internet so innovativ mitgeprägt und der Kreativität freien Raum gelassen.


«Zu Beginn konnte HTML5 die Möglichkeiten von Flash nicht abdecken. Ab 2014 war es dann soweit. HTML5 wurde zum neuen Standard».

Janosh Rasser
Projektmanagement, Konzept, Design und CI





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