Gamescom 2018.

Vor Ort in Köln

Zum zehnten Mal fand in Köln die weltweit grösste Computer- und Videospielmesse statt. Mehr als 900 Aussteller aus über 50 Ländern präsentierten ihre Neuheiten.

Darunter gab es auch spannende Projekte wie zum Beispiel die Augmented Reality-Anwendung Wonderful World des Animationsinstituts aus Ludwigsburg. Bei diesem handelt es sich um ein interaktives Sandkastenspiel, das mit Handgesten gesteuert wird. Die Spieler fangen mit den Schatten ihrer Hände die herumwirbelnden Fragmente, sammeln sie in selbst gegrabenen Mulden und bauen sich so langsam gemeinsam ihre eigene kleine Landschaft auf. Die Mischung aus Haptik und Augmented Reality, die intuitive Steuerung und die Visuals machen Wonderful World zu einem magischen Erlebnis.


Film: FABW

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Nebst diversen Premieren und Neuentwicklungen in der Spielbranche, gab es auch News und Innovationen im Bereich Hardware. Darunter auch einige Trouvaillen wie zum Beispiel die neuen RTX Grafikkarten von Nvidia. Das «R» im Namen steht, für Prozessoreinheiten, die auf Raytracing-Berechnung in Echtzeit spezialisiert sind. Damit ist es möglich, Licht und Reflexionen in Anwendungen nahe an der Realität zu simulieren. Eine Funktion, die aufgrund des hohen Rechenaufwands bislang vor allem vorgerenderten Inhalten wie 3D-Animationsfilmen vorbehalten war, ist jetzt in Echtzeit möglich.

Werbeschmiede AG - Gamescom Köln 2018 Nvidia Geforce RTX 2080 ti
Nvidia ->

In Erinnerung bleibt mir, wie ich in meinen Jugendjahren mit der Visualisierung von 3D Inhalten meinen Amiga 500 an seine Leistungsgrenze brachte. Ein Bild in der Grösse 320×256 Pixel mit Raytracing zu generieren liess ihn mehrere Stunden rechnen und heiss laufen. Vor der Schule gestartet konnte danach das fertige Bild gespeichert werden. Eine kurze Animation wurde so erst nach über einem Monat fertig.

Zum Vergleich: Die RTX 2080 Ti liefert 30 bis 40 Bilder pro Sekunde bei Full-HD-Auflösung. Das ist rund 9,5 Mio mal schneller als mein Experiment vor knapp 30 Jahren. (Anzahl Pixel x Anzahl Frames in gleicher Zeit – kein Benchmark Test). Ein Ende ist aber noch nicht in Sicht. Durch Anpassung der Software sollen 60 bis 90 Bilder pro Sekunde möglich werden, Ziel werden aber 120 bis 150 Bilder sein. Es bleibt spannend.